Rosenpflanzung

Die beste Pflanzzeit für Rosen ist der Herbst (Mitte Oktober bis Mitte November). Frühjahrspflanzungen sind jedoch auch im Februar/März noch möglich. Nur Containerpflanzen können zu jeder (frostfreien) Zeit – also auch im Sommer- gepflanzt werden. Wählen Sie nur robuste Sorten, die wenig anfällig gegen Rosenkrankheiten sind! Möchten Sie also in diesem Jahr noch Rosen pflanzen, sollten Sie sich spätestens jetzt über robuste Sorten informieren. Eine Übersicht über ADR-Rosen (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung) finden Sie hier: http://www.adr-rose.de

Beachten Sie:

Besonders nach regenreichen Sommern weiß man die Qualitäten der robusten ADR-Rosen zu schätzen, die bei weitem nicht so pilzanfällig sind wie andere Sorten. Sollten Sie sich also dafür entscheiden, Ihren Rosen durch eine gesündere Sorte zu ersetzen, dann bedenken Sie: Rosen lieben „unverbrauchte“ Erde! Füllen Sie das Pflanzloch mit einer Mischung 1/3 Kompost -2/3 Gartenerde! Nach der Pflanzung deckt man das Pflanzloch mit Kompost ab. (Keine weitere Düngung im Pflanzjahr mehr)
Rosen sind „Sonnenkinder“. Auf sonnigen Standorten, die das schnelle Abtrocknen garantieren, bleiben robuste Rosensorten ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gesund und vital. Unter den Kronentraufen alter, großkroniger Laubbäume sollten auf keinen Fall Rosen gepflanzt werden!
Rosen sind ausgesprochene Tiefwurzler, die einen tiefgründigen, sandig-lehmigen Boden bevorzugen. Sie sind jedoch sehr bodentolerant- in allen unverdichteten Gartenböden, ist auch eine Rosenpflanzung möglich.

Obstgarten im Januar

Obstgarten im Januar

Hartung, Eismonat, Schneemonat oder Wintermonat, so wurde der Januar (lat. ianua = Tür, Zugang) früher in Deutschland genannt. In manchen Jahren hat man jedoch den Eindruck, das der erste Monat im Jahr seinem Ruf als kalter Schneemonat nicht mehr gerecht wird. Das er für den Gartenfreund nicht ganz ungefährlich ist, sagen die alten Bauernregeln: „An Fabian und Sebastian (20. Januar) fängt der rechte Winter an“, wobei es auch schon die ersten Frühlingszeichen geben kann: „ um Fabian und Sebastian fängt schon der Saft zu gehen an“. Sei´s drum,im Zeichen der zunehmenden Klimaerwärmung bietet der Monat mittlerweile gebietsweise auch etliche frostfreie Tage, an denen man Bäume und Sträucher schneiden kann. Das gleiche gilt für Neupflanzungen, die jetzt auch noch in den Boden können und gut angegossen werden müssen, denn: „Wenn zu Antoni (17. Januar) die Luft ist klar, gibt es ein trockenes Jahr“ . Tatsächlich haben Meteorologen herausgefunden, dass nach reichlicher Sonnenscheindauer zwischen dem 14. und 20. Januar zu 70 % ein trockenes Jahr folgt!Gedanken zum Winterschnitt

„Alle Jahre wieder“, so mag man meinen, mit der gleichen Regelmäßigkeit wie das Weihnachtsfest, sind sie wieder da: die Wortstreite um und über den „richtigen Baumschnitt“. Eine alte Regel sagt, wenn 3 Freizeitgärtner über den Schnitt reden, gibt es mindestens 4 verschieden Meinungen….

Gleichwohl, bei den Schnittkursen wird gefachsimpelt und trefflich gestritten, ob denn nun dieser oder jener Trieb weg muss oder auf jeden Fall stehen bleiben muss. Ein Klassiker ist die Frage nach der geeigneten Baumhöhe: Diese scheint oft korreliert zu sein mit der Körpergröße der Menschen, das heißt, je kleiner, desto niedriger müssen die Bäume sein.

Dabei ist es doch eigentlich gar nicht so schwer, oder? Glücklicherweise hat man sich in den letzten Jahren von vielen streng formalen Gesichtspunkten, wie sie in älteren Lehrbüchern beschrieben waren, entfernt. Heute sieht man vieles lockerer, dementsprechend steht das Produkt = Frucht im Vordergrund. Also, auf die Frage richtig oder falsch lautet die Antwort: angepasst soll er sein, der Schnitt, nämlich an Standort, Unterlage und Obstart und –sorte!

Eine solide Grundlage ist und bleibt die Kenntnis der Wachstums- und Schnittgesetze.

Bevor man mit dem Schnitt beginnt, sollte man sich an die Grundgesetze des Schnittes erinnern, die da zusammengefaßt lauten:

Stärke des Schnittes Auswirkung im nächsten Jahr
starker Schnitt · Fördert das Triebwachstum, weniger Blütenknospen
· weniger Früchte, aber dafür bessere Fruchtgröße
schwacher Schnitt · schwächeres Wachstum, mehr Blütenknospen
· mehr Früchte, aber dafür geringere Fruchtgröße
Termin des Schnittes
Winterschnitt · fördert das Triebwachstum
Sommerschnitt, · hemmt das Triebwachstum im Folgejahr, fördert die Fruchtbarkeit

Schnitt kleinkroniger Obstbäume Baumobst

Beim Schnitt sollte man die angestrebte, natürliche Baumform nicht aus den Augen verlieren. Bei unseren Baumobstarten ist das gedanklich eine Pyramide.

  • Beachten Sie den gesamten Baum, besonders den oberen Teil. Hier findet man die häufigsten Abweichungen von der angestrebten Pyramidenform.
  • Tipp Nr. 1: Als erstes sollte man für klare Verhältnisse in der Spitze sorgen: Obstbäume brauchen einen klaren und dominanten Mitteltrieb. Konkurrierende Triebe führen nur zu verstärktem Wachstum und müssen deshalb entfernt werden.
  • Tipp Nr. 2: alle Seitentriebe im oberen Drittel der Krone, die mehr als halb so dick sind wie der Haupttrieb, entfernt man frühzeitig, damit sie den Kronenaufbau nicht durcheinander bringen (Seitenast-Stärke-Regel)!
  • Danach sollte man die zu tief stehenden Äste komplett entfernen. Sie hängen später bei der Ernte aufgrund der Fruchtlast auf dem Boden und die Früchte werden verschmutzt und sind oft schlecht belichtet.
  • Tipp Nr. 3: „Wenige, größere Schnitteingriffe sind besser als viele kleine“. Man ist oft überrascht, welch positiven Effekt man bekommt, wenn man 1-2 starke Äste komplett entfernt.
  • Sortenunterschiede beachten:
    kleinfrüchtige Sorten etwas kräftiger schneiden und Triebe einkürzen bzw. nach oben ableiten, denn das fördert die Fruchtgröße.
  • großfrüchtige Sorten (z. B. Jonagold, Boskoop) weniger stark schneiden, möglichst viele Früchte belassen, damit sie nicht zu dick werden.
  • Alternanzanfällige Sorten (z. B. Elstar) neigen zum periodischen Tragen, im Extremfall trägt der Baum in einem Jahr fast keine Früchte, im darauf folgenden Jahr hängt er übervoll. Solche Sorten bei geringer Ertragserwartung erst nach der Blüte schneiden. Dann sieht man, welche Knospen blühen und kann dann diese wenigen Blüten schonen.

Schnitt Hochstämme

Wenn die Bäume dann in den ersten Jahren ihren begleitenden Schnitt erhalten haben, sollten sie auch ohne Probleme einige Jahre auch ohne auskommen. Nur so kommt man zu der vielzitierten und gewünschten naturnahen Krone auf extensiven Flächen. Manchmal graust es einen schon, wenn Menschen meinen, auch diese Bäume müssten regelmässig geschnitten werden. Und dann auch noch nach der Oeschbergmethode, mit intensivem Fruchtholzschnitt, so dass man nach dem Schnitt „einen Hut durch die Krone werfen kann“! Das passt einfach nicht zusammen. Und wenn geschnitten wird, dann bitte vom sichern Boden aus, mit Teleskopsägen und –scheren. Selbstverständlich mit Kopf- und Augenschutz. Das ist allemal sicherer, als wenn zunehmend mehr ungeübte Menschen auf Leitern in gefährlichen hohen Bäumen herum klettern.

Schnitt Beerenobst

Bei den Sommerhimbeeren wurden die alten Tagruten direkt nach der Ernte entfernt. Soweit noch nicht geschehen, sollte man die Ruten bei Herbsthimbeeren jetzt etwa 3 cm über dem Boden abschneiden. Bei Johannis-, Josta- und Stachelbeeren sind die einjährigen Triebe die Besten, denn hier wachsen die besten Qualitäten. Das gilt für alle 3 Erziehungsarten (Busch, Spindel oder Hochstamm). Deshalb achtet man beim Schnitt immer auf eine überwiegende Anzahl und gute Verteilung der einjährigen Triebe. Nach 3-5 Jahren sind die einzelnen Achsen abgetragen und werden bei Busch und Spindel über dem Boden entfernt. Bei Hochstämmen müssen die herabhängenden, abgetragenen Triebe regelmäßig entfernt und ausgelichtet werden, man schneidet zur Erzielung guter Fruchtqualitäten auf nach oben stehendes Holz. Die genannten Arten verfügen über eine sehr gute Regeneration, so dass immer genügend junges Holz nachwächst.

Angepasster Schnitt

Schaut man während der Wintermonate einmal kritisch in die Gärten, so fallen einem jetzt im unbelaubten Zustand einige Ungereimtheiten auf, die man vorher gar nicht so richtig bemerkt hat. Häufig hängen Sie mit dem Schnitt oder besser gesagt mit dem „Nicht-Schnitt“ zusammen.

Baumschnitt: Häufig anzutreffende Fehler im Garten:

  • Gehölze werden gar nicht geschnitten: Häufig anzutreffen bei großkronigen Bäumen auf starkwachsenden Unterlagen, z. B. Walnuss, Süßkirsche. Solche Bäume erreichen oft eine Höhe, die große Teile des Gartens beschatten und u. U. Probleme an Gebäuden oder Grundstücksgrenzen verursachen. Abhilfe: auch starkwachsende Gehölze können deutlich in ihrem Umfang begrenzt werden (die genannten aber nur im belaubten Zustand im Spätsommer) und machen dann wieder mehr Freude.
  • Ältere Strauchbeeren werden oft nicht oder unfachmännisch geschnitten (z. B. nur im oberen Bereich). Als Folge findet man dann sehr hohe, dichte Sträucher bei Johannisbeeren oder Stachelbeeren mit schlechter Fruchtqualität. Abhilfe: nur Mut beim Rück- bzw. Verjüngungsschnitt, in dem man altes, abgetragenes Holz konsequent bis zum Boden entfernt.
  • Die Steinobstarten Pfirsiche und Sauerkirsche benötigen einen regelmäßigen, kräftigen Rückschnitt, denn nur an den jungen, kräftigen Trieben sind auch gute Fruchtqualitäten zu erwarten. Nicht selten sieht man in den Gärten genau das Gegenteil: Man lässt die Bäume wachsen, sie werden immer höher, machen nur noch viele Kurztriebe oder sog. „Peitschentriebe“, an denen nur kleine Früchte wachsen.

Kaki im eigenen Garten- nicht nur zur Zierde!

Mediterrane Pflanzen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, im Weinbauklima können viele dieser Arten auch im Garten überwintern. So wachsen und reifen seit vielen Jahren am DLR Rheinpfalz Kakis-Pflaumen (Diospyros kaki).
Die über 10 Jahre alten Bäume haben schon Winter mit -25° C ohne Probleme überstanden. Auch in 2012, wo es nach Spätfrösten an vielen heimischen Obstarten zu kräftigen Blüten- und auch Holzschäden gekommen ist, zeigten sich die Kakibäume absolut unbeeindruckt, keine Schäden an Blüte und Holz und – wie in allen Jahren – einen vollen Ertrag.
Die äußerst dekorativen Früchte hängen noch nach dem Laubfall an den Bäumen. Die leuchtend rot-orangen Früchte stammen eigentlich aus China, werden derzeit im Handel angeboten als `Sharonfrucht` (Herkunft Israel) oder `Persimon`(Herkunft Spanien).
Kakis sind in der Regel erst im vollreifen Zustand, d.h. wenn die Schale auf leichten Druck nachgibt und das Fruchtfleisch weich ist, genießbar. Unreife Früchte sind adstringierend, d.h. beim Verzehr wird der Mund pelzig und taub. Allerdings gibt es Sortenunterschiede, so schmecken z. B die o. g. Sorten sehr süß und saftig. Erntezeit ist Mitte-Ende November. Vollreife und weiche Früchte lassen sich mit Genuss aus der Schale löffeln, ein paar Tropfen Zitrone runden das Geschmackserlebnis ab. Noch ein Tipp zur Verarbeitung: Die festen Früchte enthalten noch zuviel Tannin ( „pelziger Geschmack“). Durch Schälen und Hitzeeinwirkung lässt sich dieser reduzieren, so dass sich unter Zugabe von etwas Zitronensäure leckere Konfitüreherstellen lässt.

Darf man Kaki in heimischen Gärten pflanzen?
Die allermeisten unserer Kulturpflanzen haben einen „Migrationshintergrund“. Schon vor tausenden von Jahren zogen Völker durch die ganze Welt, gleichwohl meist nicht in friedlicher Absicht, aber sie brachten auch Kultur, Wissen und Pflanzen mit, die wir alle schätzen und lieben. Denn mal ganz ehrlich, was wäre dieses Land ohne den Wein, den Pfirsich, die Kartoffel, die Tomate? Die Mobilität der Menschen und der globale Handel nehmen weiter zu, und es werden immer neue kommen. Da hilft es auch wenig, alles Neue als „Neophyten“ für den Garten abzulehnen. Die Welt, das Klima und auch die Gärten ändern sich. Warum sollte im heimischen Garten nicht auch mal eine – bis jetzt – robuste, nicht anfällige, frostharte, reichtragende und genügsame Pflanze, deren verblieben Früchte auch heimische Singvögel im Winter zu schätzen wissen, gepflanzt werden?

Weiter Arbeiten im Januar

· Bäume auf Mäuse/Wühlmausschäden und Hasenfraß am Stamm kontrollieren.
· verblieben Mumienfrüchte entfernen.
· Pfähle und Bindegarn überprüfen
· Wenn nötig: Bodenanalyse machen lassen. Wichtig: Ph-Wert und Humusgehalt mitbestimmen lassen!
· Je nach Witterung können schon erste Behandlungen gegen die Kräsuselkrankheit notwendig werden (bei Temperaturen über 10 ° C).

Obstgarten im Dezember

Blättert man die Kataloge von Versandbaumschulen durch, so fallen einem viele schöne bunte Bilder von tollen Obstbäumen ins Auge, alle kerngesund und behangen mit super-tollen, großen Früchten! Besonders beworben werden Säulenbäume, fotografiert in kleinen Töpfen oder Containern, um den geringen Standraumbedarf zu dokumentieren. Das macht sicherlich Sinn bei den klassischen Säulenformen beim Kernobst wie den „Ballerinas“ oder den Geisenheimer „Cats“. Mitunter findet man aber unter der Überschrift Säulenobst auch weniger treffende Beispiele wie „Säulenkirsche Sylvia`“ oder „Säulenbirne `Conference`“. Zugegeben, beide Sorten haben zwar von Natur aus einen schlanken Wuchs, aber mit dem begriff „Säulenobst“ hat das wenig zu tun. Hier sind Enttäuschungen beim Kunden vorprogrammiert, spätestens dann, wenn sich viele Seitentriebe bilden! Neuerdings werden zunehmend sogenannte „Zwergbäume“ angeboten. Es gibt zwar einige sehr schwachwachesende Selektionen z. B. bei Pfirsichen, Aprikosen oder Nektarinen. Unseriös wird es aber spätestens dann, wenn `Williams Christ` oder `Red Delicious` als „Zwergbäume“ im Topf abgebildet sind, reichlichst behangen mit großen Früchten! Auch wenn diese Bäume auf sehr schwachwachsenden Unterlagen wie Quitte C oder M27 veredelt sind, ist eine Kultur ohne spezielle wachstumsbremsende Maßnahmen wie Pinzieren, Sommerschnitt etc. im Topf nicht möglich. Wer die Bäume so klein halten will, sollte sich also mal bei den Bonsai-Liebhabern schlau machen! Vom Pflanzenschutz einmal ganz abgesehen, denn die beiden gehören als anfällige Sorten überhaupt nicht in den Garten! Als Bereicherung anzusehen besonders für kleine Gärten sind die so genannten „Duo-Bäume“, also 2 Sorten auf einer Unterlage, vorausgesetzt, die beiden Partner passen in Bezug auf Wuchsstärke und Blütezeit zueinender. Für experimentierfreudige Gartenfreunde werden immer wieder exotische Obstarten angeboten wie z. B. die Pau-Pau-Frucht (Asimina triloba), Cranberry (Oxycoccus palustris), die Maibeere (Lonicera kamtschatica) oder die Khaki-Pflaume (Diospyros kaki), um nur einige zu nennen. Achten Sie bei diesen neuen Arten auf die Anforderungen an Boden und Klima.

Arbeiten im Dezember

  • Im Dezember gibt es oft günstige Bedingungen für die Pflanzung. Meist wird wurzelnackte Ware gepflanzt, nicht selten aber auch getopfte Ware. Am Topf rundgewachsene Wurzeln unbedingt vor dem Pflanzen mit der Schere aufschneiden, sonst ist die Gefahr des „Sitzenbleibens“ groß und der Baum wächst nicht in den Boden!
  • Eingelagertes Obst regelmäßig kontrollieren (Temperatur, Luftfeuchte). Um eine Ethylenanreicherung (süßliches Reifegas) zu verhindern, regelmäßig gut lüften.
  • Bei jungen Bäumen Stämme auf Wildverbiss kontrollieren und ggfs. durch Drahthosen oder Kunststoffmanschette schützen.
  • Bei Bedarf Feld- und Wühlmäuse bekämpfen mit entsprechenden Fallen.
  • Bei frostfreiem Wetter kann weiter geschnitten werden. Beginnen Sie mit dem Schnitt bei den Kernobstarten oder den Strauchbeeren. Mit dem Schnitt der empfindlicheren Obstarten wie Pfirsich und Aprikosen wartet man bis nach der Blüte.
  • Achten Sie auf eine saubere und unkrautfreie Baumscheibe, dadurch wird einem Wühlmausbefall sowie Rindenkrankheiten wie Kragenfäule vorgebeugt. Besonders jungen Bäumen im Rasen sollte man eine angemessene Baumscheibe gönnen.
  • Bei Bedarf können jetzt Bodenproben auf die Nährstoffe Phosphor, Kalium und Magnesium sowie den Ph-Wert sowie die Bodenart durchgeführt werden. Lassen Sie unbedingt den Humusgehalt mit erfassen, das kostet zwar extra, dadurch erhält man aber einen guten Überblick auf das Nährstoff Nachlieferungsvermögen aus dem Boden. Bei Humuswerten um 5% erübrigt sich eine zusätzliche Düngung mit Ausnahme bei den stark zehrenden Gemüsearten.

Veredelungsleitfaden

Leitfaden 
• Obstbäume selbst veredeln
• alte Obstsorten erhalten 
• Mehrsorten-Bäume und umveredeln 
• Veredlung von Ziergehölzen
Download: Veredelungsleitfaden 080317 Skript.pdf (5,42 MB)


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Obstgarten im November

Im November kehrt so langsam etwas Ruhe ein im Garten, das Obst ist geerntet, und eigentlich könnte man sich etwas zurücklehnen. Ein guter Zeitpunkt, seine Bäume mal etwas genauer anzuschauen, denn sie geben uns viele Hinweises auf das, was kommen könnte, denn „Sitzt im November noch das Laub, wird der Winter hart, das glaub“.
Nicht selten findet man in solch klimatisch unregelmäßigen Jahren auch noch Blüten an den Obstbäumen, und das verheißt nach den alten Bauernregeln nichts Gutes: „Baumblüt` im November gar – noch nie ein gutes Zeichen war.“ 

Desweiteren ist jetzt die ideale Zeit zum aufräumen und „winterfest machen“! 

Wie dem auch sei, der November ist – bei guten Wetter – ein wichtiger Pflanzmonat. Jetzt sind in den Baumschulen alle Gehölze wurzelnackt vorrätig, und man hat eine reichhaltige Auswahl.

Sortenwahl

Nicht nur bei Nutzpflanzen ist die Auswahl der Sorte wichtig, sondern auch bei Zierpflanzen. Standen früher Aussehen (Zierpflanzen), Duft (Rosen) oder Geschmack (Ausfärbung) an erster Stelle bei den Auswahlkriterien für neue Gartenpflanzen und Sorten, so hat sich die Wertigkeit stark verändert. Heute stehen an erster Stelle Kriterien wie hohe Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge, Robustheit und geringe Anfälligkeit gegen Krankheiten und Schädlinge. Denn: Anfällige Sorten und schlechte Pflanzenqualitäten können nicht durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kuriert werden.
Wer mehr Freude und weniger Aufwand haben will, stellt robuste, resistente, wenig anfällige und widerstandsfähige Sorten klar in den Vordergrund.

Denn durch die geschickte Sortenwahl kann der Bedarf an Pflanzenschutzmaßnahmen und -mitteln auf ein Minimum gesenkt werden. Auch für die Baumschulenhat das Vorteile, denn diese Sorten garantieren ein hohes Maß an Kundenzufriedenheit. Und dann kommt der – zufriedene – Kunde gern zurück und nicht die Ware!

Pflanzen, aber richtig 

Bei gutem Wetter kann weiter gepflanzt werden. Für den Garten eignen sich insbesondere robuste, widerstandsfähige oder resistente Sorten. Fragen Sie in Ihrer Baumschule gezielt nach solchen Sorten. Am Besten lassen Sie den Pflanzschnitt (Krone + Wurzel) auch dort vom Fachmann erledigen. Vor dem Pflanzen stellt man die Bäume/Sträucher einen Tag vorher ins Wasser, das verbessert das Anwachsergebnis. Pflanzen Sie die Gehölze genau so tief ein, wie Sie in der Baumschule standen (Ausnahme: Johannisbeeren und Stachelbeeren, die pflanzt man tiefer), die Veredlungsstelle muss aber 20 cm über dem Boden sein. Wo Wühlmäuse ein Problem sind, sollte man direkt in spezielle Wühlmaus-Schutzkörbe aus Draht pflanzen. Eine gründliche Vermischung des Aushubes mit Pflanzerde oder reifem Kompost verbessert das Anwachsergebnis ebenfalls. Nach dem Pflanzen das Antreten nicht vergessen, damit die Wurzeln auch einen guten Bodenschluss haben. Oft liest man leider immer noch, dass man die Bäume nicht antreten soll, man könnte ja die zarten Wurzeln verletzen. In diesem Falle sei mir erlaubt, die Antwort darauf auf Bayrisch zu geben: „Schmarrn“. Denn viele Pflanzenausfälle resultieren auf einer fehlerhaften Pflanzung, wenn die Gehölze dann im Winter hochfrieren und im Frühjahr kümmern oder gar eingehen. Und zum Schluss: das wässern nicht vergessen.

Auf gute Pflanzqualität achten!

Achten Sie beim Baumkauf darauf, dass die Bäume frei sind von sichtbaren Krankheiten wie Obstbaumkrebs, Wurzelkropf und Schädlingen wie San-Jose-Schildlaus, Rote Spinne u. a.. Ebenso sollten sie keine gravierenden Rindenverletzungen z. B. durch Hagel oder mechanische Eingriffe aufweisen. Auf dem Etikett müssen der Sortenname, die verwendete Unterlage sowie der Virusstatus vermerkt sein. Für den Garten werden neben 1-jährigen Bäumen auch häufig 2-jährige angeboten, besonders bei Steinobst oder Birnen mit Zwischenveredlung. Gutes Pflanzmaterial bedeutet: mindestens 4-5 Seitentriebe in 70-100 cm Höhe (Spindelbusch) bzw. 1,80 cm Höhe (Hochstamm). Darüber hinaus sollte die Bewurzelung gut und kräftig ausgebildet sein und Veredlungsstelle mindestens 20 cm über dem Wurzelhals liegen. Noch eine Anmerkung zum Thema Pflanzschnitt: Wer sich nicht ganz sicher ist, sollte den Pflanzschnitt direkt beim Fachmann in der Baumschule oder im Gartencenter durchführen lassen. Dort wird zwar in der Regel kräftiger geschnitten, die Anwachsquote steigt dadurch aber deutlich! 

Wer das besondere liebt: heimische Wildobstarten

Das Interesse für die robusten Wildobstarten im Garten ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Hierdurch kann man 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie bieten neben ihrem Schmuck- und Zierwert wert durch Blätter, Blüten und Früchten gleichzeitig auch die Möglichkeit zur Nutzung der Früchte als Frisch- oder Verwertungsobst. Darüber hinaus kann man sie in der Form von Hecken, Schutzstreifen, Böschungsbegrünung, Vogelschutzgehölzen und Bienenweiden vielfältig in die Gartengestaltung einbeziehen.
Die Liste der Wildgehölze ist lang und vielfältig. Doch vor dem Pflanzen muss der Standraum- bzw. Platzbedarf geklärt werden, damit es keine bösen Überraschungen gibt. Wildobstarten sind nicht auf schwachwachsende Unterlagen veredelt und wachsen strauch- oder baumartig, letztere können durchaus eine Höhe von 15-20 m erreichen! Neben dem Zier- und Nutzwert haben alle Wildobstarten einen hohen ökologischen Wert, da sie der heimischen Tierwelt ein breites und abwechslungsreiches Nahrungsangebot bieten.

Beispiele für Wildobstarten (Auswahl)

Strauch, 1- 2 m Höhe
Großstrauch, bis 6 m Höhe
Baum, 10-20 m Höhe
Geringer Standraumbedarf (1-5 m2) Mittlerer Standraumbedarf
(5 – 20 m2)
Hoher Standraumbedarf
(30-50 m2)
Scheinquitte (Chaenomeles japonica) 
Apfelbeere (Aronia melanocarpa)
Arktische Brombeere 
Fruchtrose (Rosa spec.)
Feige, Felsenbirne, 
Holunder (Sambucus nigra), Mispel, 
Sanddorn (Hippophae rhamnoides), Schlehe, Weißdorn, Kirschpflaume (Myrobolane), Wilde Heckenrose
Kornelkirsche (Cornus mas)
Mehlbeere, 
Eberesche (Sorbus aucuparia), Esskastanie, Elsbeere, Mandel, Maulbeere, Speierling

Einige besondere Obstarten können aber erst nach Frosteinwirkung geerntet werden wie z. B. die Mispel (Mespilus germanica), die erst nach Minustemperaturen genießbar wird. Das gleiche gilt für die Schlehen (Prunus spinosa). Wer nicht bis zu den ersten Frösten warten will, kann auch die geernteten Früchte für ein paar Stunden in die Kühltruhe geben, dies führt auch zum Abbau der Gerbstoffe. Bis Anfang November können auch noch Preiselbeeren (Vaccinium vitis-idea) geerntet werden. Nach der Haupternte im Juli kann man sich nun an der zweiten Ernte erfreuen. Die roten Beeren lassen sich hervorragend zu Marmelade und Kompott verarbeiten sowie als Beigabe zu Wildgerichten.


Vitamin C-Bombe, Farbstoff oder Saft – Vieles ist möglich!

Die Verwertungsmöglichkeiten bei den Wildobstraten sind vielfältig und umfangreich. Viele Früchte kann man direkt frisch genießen, wie beispielsweise Berberitze, Kirschpflaumen, Kornelkirschen, Mispeln (nur nach vorhergehendem Frost) sowie die schwarze Maulbeere. Ihr ganzes Potential entfalten sie jedoch nach einer Verarbeitung zu Saft, Marmelade oder Gelee, Trocknung oder Spirituosen. Sehr gut eignen sich viele Früchte auch als Beigaben zu Müsli oder Joghurt. Als echte „Vitamin C-Bomben“ kann man Sanddorn und die wilde Heckenrose bezeichnen: Die Früchte enthalten mitunter bis zu 900 mg Vitamin C/100g! Das ist gewaltig, bedenkt man dass Apfelsinen und Orangen, für viele der Inbegriff hoher Vitamin C-Gehalte, weit weniger als ein 1/10 diese Wertes erreichen! Eine Neuzüchtung aus Dresden, die `Pillnitzer Vitamin-Rose PiRo3` enthält sogar 1100 mg Vitamin /100 g! Ganz andere Vorzüge hat die Esskastanie: hier stehen weniger die Vitamine im Vordergrund als Kohlehydrate. Vor der Einführung der Kartoffel waren die Esskastanien, in der Pfalz auch „Käschde“ genannt, ein wichtiger Stärkelieferant. Wer also genügend Platz im Garten hat und auf der Suche ist nach wirkungsvollen und imposanten Bäumen, sollte sich Esskastanie, Maulbeere, Speierling und Co ruhig einmal näher ansehen

Obstvielfalt im Garten

Pflaumen, Zwetschen und Co

Pflaumen, Zwetschen, Mirabellen und Reineclauden erweitern die Palette des Pflanzangebotes durch geeignete Sorten. In Bezug auf Geschmack, Aussehen, Inhaltsstoffen und Verwendung haben sie viel gemeinsam. Aus der Gruppe der Hauspflaume (Prunus domestica) lassen sich in Mitteleuropa die 4 wichtigsten Unterarten ableiten. Als Vorfahren stehen noch die Schlehe (Prunus spinosa) und die Kirschpflaume (Prunus cerasifera) auf der Ahnenliste. Am Besten lassen sich die einzelnen Vertreter nach der Form und Farbe ihrer Früchte und den Eigenschaften des Fruchtfleisches einteilen.
 

Die Gruppe der Pflaumen (Prunus domestica):

Bezeichnung
Aussehen, Form
Sortenbeispiele
Echte Pflaume Runde Frucht, weiches, saftiges Fruchtfleisch `Ontario-Pflaume`, `Gräfin Cosel`, `Zibarte`
Zwetsche
(Zwetschge)
länglich ovale Fruchtform, festes, grün-gelbes Fruchtfleisch, meist blaue Farbe, natürliche Beduftung, gut steinlöslich. `Kandeler Zuckerzwetsche`, ‚Königsbacher Frühzwetschge‘
etc.
Reneklode
(Reineclaude)
Rundliche, grün-gelbe Frucht, schlecht steinlösend `Graf Althanns Reneclaude`, `Große Grüne Reineclaude`, `Qullins Reineclaude`.
Mirabelle Klein, rund, gelb-rot, süß-aromatisches Fruchtfleisch `Metzer Mirabelle`, `Nancy Mirabelle`, `Mirabelle von Flotow`

Auch bei den Süßkirschen gibt es interessante Sorten, die sehr gut geeignet sind, wie z. B.: `Lambsheimer Kurzstiel`, `Meckenheimer Frühe Rote!` oder die großkronigen Vogelkirsch-Sämlinge. Bei der Sortenauswahl sollten frühe-mittelfrühe Sorten bevorzugt werden, da sie aufgrund ihrer frühen Entwicklung und Reife meist nicht von der Kirschfruchtfliege befallen werden.

Kübelpflanzen: Jetzt schon an die Überwinterung denken!

Die Temperaturen gehen im Oktober nachts oft dramatisch herunter und in manchen Gegenden ist es möglich , dass es bereits in diesem Monat zu Kälteschäden an einzelnen empfindlichen Kübelpflanzenarten kommt.
Grundsätzlich sollte man das Einräumen möglichst lange hinauszögern, um die Überwinterungsphase kurz zu halten. Viele Kübelpflanzen und auch manche Palmen vertragen Temperaturen an der Frostgrenze. Pflanzen wie Fuchsien, die Engelstrompete oder den Hibiskus kann man neben eine Hauswand stellen, um die abstrahlende Wärme zu nutzen. Wenn man vom Wetterdienst hört, dass die Temperaturen zu niedrig während der Nacht sein könnten, deckt man die Kübelpflanzen erst mit einer schützendem Frostschutzvlies ab, das man im Gartenhandel preiswert kaufen kann.
Viel schlimmer ist in dieser Zeit Regen, der zu Pilzkrankheiten führen kann. Daher muss man die Pflanzen ständig auf welke Blätter und Blüten kontrollieren und sie entfernen. Setzt eine Regenperiode ein, dreht man die Untersetzer um, damit sich dort kein Wasser sammeln kann und so zu Staunässe führt, was zum schleichenden Tod der wertvollen Kübelpflanze führen kann.
Jetzt ist es auch Zeit, sich nach einer geeigneten Unterbringungsmöglichkeit für den Winter umzusehen. Manche Gärtnereien bieten einen Überwinterungsservice an. Das ist natürlich die idealste Form der Überwinterung, weil unter Gärtnereibedingungen die optimale Helligkeit und Temperatur gewährleistet ist. Dann gibt es den Wintergarten, der auch dem Optimum sehr nahe kommt, wenn er keine Wohnzimmertemperatur aufweist. Hier sollten circa 8 Grad Celsius gehalten werden. Denn starke Temperaturwechsel, die im Wintergarten bei einer hohen Sonneneinstrahlung auftreten können, vertragen Kübelpflanzen nicht. Für Kleingewächshäuser gilt das gleiche. Sie müssen frostfrei gehalten bzw. entsprechend den Wärmebedürfnissen der Pflanzen beheizt werden, jedoch an sonnigen Tagen nicht zu stark aufheizen. 
Auch der Keller kann genutzt werden. Die Pflanzen überstehen den Winter, wenn er Temperaturen zwischen 2 und 10 Grad aufweist. Pflanzen wie die Engelstrompete, Agave, Lorbeer oder Solanum und Aukube lassen sich so überwintern. Andere nutzen die Garage, in der aber nur robustere Arten wie Granatapfel oder die Feige den Winter überstehen. Je nach Garagenart kann es auch einmal zu kalt werden, hier ist Vorsicht geboten.

  • Vor den ersten Frösten einräumen: Engelstrompete, Bougainvillea, Banane, Korallenstrauch, Hibiscus
  • Ab ca. -5 °C einräumen: Schönmalve, Kassie, Citrus-Arten, Schönfaden, Akazia
  • Bei unter – 10°C einräumen: Mispel, Lorbeer, Olive, Granatapfel, Feige, Aukube

Fungizideinsatz im Herbst nicht mehr sinnvoll

Bedingt durch die feuchte Witterung treten im Herbst verstärkt Pilzerkrankungen auf. Ins besondere Mehltau ist häufig anzutreffen, aber auch Blattfleckenpilze oder Rost. Es häufen sich daher die Anfragen, was man jetzt „spritzen“ kann. Grundsätzlich ist nochmals darauf hin zu weisen, dass pilzbekämpfende Mittel vorbeugend auf zubringen sind. Eine „Heilung“ in Form einer Rückbildung des Schadbildes ist nicht möglich!
Liegt also z.B. Mehltaubefall vor, sollten die betroffenen Blätter entfernt und die noch gesunden Blätter dann geschützt werden. Dies geht zurzeit noch z.B. bei Gurkenblättern, die man dann mit einem „Hausmittel“ wie Backpulver oder verdünnter Milch behandeln kann, nicht jedoch mit einem Ahornbaum! In Anbetracht des nahenden Herbstes ist es jetzt ohnehin nicht mehr sinnvoll, diese Krankheiten zu bekämpfen, da die Blätter bald – die kranken etwas früher als die gesunden- fallen werden.

Handelt es sich um Rost-, Schorf- oder Marssoninapilze sollte man dann das Falllaub entfernen, um das Ansteckungspotential im neuen Jahr zu verringern.

Veredlung von Obstgehölzen

Veredeln 
Anfang August ist die beste Zeit für die Veredlung der Obstgehölze. Anders als beim umveredeln im März April benötigt man dafür keine gelagerten Reiser aus dem Vorjahr sondern kann frische, diesjährige Reiser und Augen verwenden. Für den Obstfreund, der Spaß am Veredeln hat, bieten sich 2 Möglichkeiten: Einerseits kann er sich selbst geeignete Unterlagen kaufen und im Garten aufschulen. Das gleiche geht natürlich auch mit Wurzelschossern. Darüber hinaus besteht aber auch die Möglichkeit, gerade junge Bäume umzuveredeln. Dies bietet sich beispielsweise an, wenn man z. B. unregelmäßig tragende, geschmacklich unbefriedigende oder anfällige Sorten gepflanzt hat. Wer etwas ganz besonderes will, kann sich sogar einen „Duo- oder Trio-Baum“ erstellen, also einen Baum mit 2 – 3 oder sogar noch mehr verschiedenen Sorten – das ist natürlich ein echter Hingucker im Garten.

Behandlung der Reiser
Bevor man okuliert, sollte man entsprechende Reiser von den zu veredelnden Sorten schneiden. Von den diesjährigen Trieben, die gesund und gut ausgereift (Fingerprobe) sein sollen, nimmt man den mittleren Teil, etwa 20-30 cm lang. Gleich nach dem Schneiden werden die Blätter mit dem Messer entfernt. Dabei bleibt der Blattstiel stehen, er hat später noch eine wichtige Funktion: Fällt er nämlich schnell ab, ist das ein sicheres Zeichen für den Anwachserfolg. Bis zum Gebrauch kann man die Reiser kühl lagern (z. B. Kühlschrank). 


Okulation
Damit man gut arbeiten kann, werden Unterlagen mit einem Lappen sauber geputzt. Das eigentliche Okulieren beginnt mit dem herausschneiden des Auges aus dem Edelreis. Um einen glatten Schnitt zu erzielen, sollte man das Okulier-Messer in einen „ziehenden“ Schnitt von der Basis bis zur Spitze der Klinge flach unter dem Auge durchführen. Sobald man unter der Knospe durch ist, zieht man das Ganze komplett vom Reis ab. Dabei hält man das Reis „verkehrt“ herum, das heißt, die Triebspitze zeigt zum Körper. Am Wurzelhals wird der klassische „T-Schnitt“ ausgeführt. Bei Bedarf werden die beiden Rindenflügel mit dem Rindenlöser am anderen Ende des Messers kurz gelöst, damit man das Edelauge besser einschieben kann. Der überstehende Teil wird bündig mit dem waagerechten Schnitt des T-Schnittes abgeschnitten.
Mit einem so genannten „Okulier-Schnell-Verschluss“ (auch OSV oder Okulette genannt) wird dann verbunden. Alternativ können auch Gummibänder (z. B. Fleicoband) eingesetzt werden, wohingegen Bast ungeeignet ist. Wenn das „schlafende Auge“ gut angewachsen ist, kann ca. 1 cm darüber im nächsten Februar abgeworfen werden (d. h. den über dem Auge stehenden Rest der Unterlage abschneiden). Im Laufe des Jahres sollte der Neuaustrieb kontrolliert und ggfs. gestäbt werden, Wildtriebe, die unter, neben oder über dem Auge austreiben, sollten konsequent entfernt (geräubert) werden.

Eine besondere Form der Okulation: die Chip-Buding-Methode 
Neben der traditionellen T-Schnitt-Okulation gibt es auch die sog. Chip-Budding-Methode, die auch für den ambitionierten Hobbygärtner leicht anzuwenden ist. Der Begriff „chip-budding“ stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Holzspan-Veredlung“ (chip (engl.) = Span, to bud (engl.) = veredeln, okulieren), was schon einen ersten Hinweis auf die Technik gibt. In der älteren Literatur ist sie beschrieben unter dem Namen „Frühlingsveredlung nach Forckert“ oder „Augenanplatten“.
Der größte Vorteil ist, dass man unabhängig vom Lösen der Rinde „chippen“ kann .
Die Schnittführung ist denkbar einfach: zuerst wird an der Unterlage in Veredlungshöhe ein schräger Kerbschnitt durchgeführt (1. Schnitt), dann wird ca. 5 cm darüber ein Rindenstreifen mit einem dünnen Holzteil so ausgeschnitten (2Schnitt), daß am Ende des Schnittes eine Lasche (Zunge) stehen bleibt. Mit etwas Übung fällt der sogenannte „Span“ beim Zurückziehen des Messers von selbst heraus.
Beim Schneiden des Edelauges wird in ähnlicher Weise vorgegangen: zuerst der schräge Kerbschnitt ca. 2 cm unterhalb des Auges, dann wird auch hier ein Rindenstreifen mitsamt Holzteil und Knospe ausgeschnitten. Der sogenannte „Chip“ soll etwas kleiner sein als der Schnitt in der Unterlage. Er wird dann in die Lasche der Unterlage geschoben und dadurch fest angepresst.
Das Verbinden eine wichtige Voraussetzung für den Anwachserfolg, entweder mit 
Gummibändern (Fleicoband) oder mit PE-Follenbändern. Bei letzteren wird das Auge mit verbunden, so bildet sich unter der Folie Kondenswasser und die Veredlungsstelle trocknet nicht aus. Die Folie wird nach 2-3 Wochen mit einem einfachen Messerschnitt entfernt. 

Chippen kann man bis Ende August auf das schlafende Auge (d. h. das Auge treibt erst im folgenden Frühjahr aus. Als Edelaugen benutzt man frisch geschnittene, gut ausgereifte Reiser von den gewünschten Sorten. Zubehör für die Veredlung erhalten Sie bei: Mayer, Rellingen-Baumschulbedarf, www.meyer-rellingen.de oder M. Wagner, Tel. + Fax: 08446/360.

Das Verbinden eine wichtige Voraussetzung für den Anwachserfolg, entweder mit Gummibändern (Fleicoband) oder mit PE-Follenbändern. Bei letzteren wird das Auge mit verbunden, so bildet sich unter der Folie Kondenswasser und die Veredlungsstelle trocknet nicht aus. Die Folie wird nach 2-3 Wochen mit einem einfachen Messerschnitt entfernt. 

Sommerschnitt bei Obstgehölzen

Sommerschnitt bei Obstgehölzen

Über den Sommerschnitt an Obstgehölzen ist viel berichtet worden in den letzten Jahren. Es gab Zeiten, da wurden diese Themen recht kontrovers diskutiert. Dabei hatte man mitunter den Eindruck, dass einzelne Methoden wie Pinzieren, Juniriss oder Augustschnitt ganz neu entdeckt wurden. Dabei handelt es sich hierbei um altbekanntes und lang erprobtes obstbauliches Wissen. So berichtet schon Philipp Held in dem Fachbuch „Der praktische Obstzüchter“ 1894 über die Vorzüge der verschiedenen Sommerschnittarten wie Pinzieren, Reißen, Schneiden oder Ausbrechen. Diese Maßnahmen gehörten besonders beim Formobstanbau zum Standard-Repertoire, um den Bäumen die gewünschte Wuchsrichtung zu geben und sie frühzeitig in den Ertrag (generative Phase) zu bringen. Heutzutage sprechen hauptsächlich biologische, aber auch zunehmend arbeitswirtschaftliche Vorteile für einen verstärkten Sommerschnitteinsatz. In „Lucas` Anleitung zum Obstbau“ (32. Auflage, 2002) findet man folgende Definition, welche die Vorzüge kompakt zusammenfasst: „Sommerschnitt gilt als Maßnahme, die starkem Wachstum im Spitzenbereich vorbeugt, die Bäume kleiner hält, sie besser mit Fruchtholz bekleidet, die Fruchtfarbe fördert und die Widerstandsfähigkeit der Früchte gegen Stippigkeit, Fleischbräune, Schalenbräune und Fäulnis stärkt“. Darüber hinaus hat man mit Sommerschnittmaßnahmen die Möglichkeit, Fehler des letztjährigen Winterschnittes bzw. des Baumaufbaues elegant zu korrigieren bzw. akuten Fehlentwicklungen entgegen zu wirken“. Im Folgenden werden die einzelnen Maßnahmen wie Pinzieren, Junischnitt oder –riss, Augustschnitt und Belichtungsschnitt vorgestellt.


Das Pinzieren

Das Pinzieren ist sicherlich die älteste Sommerbehandlung beim Anbau von Formobst. Neuerdings hat diese Methode aber wieder eine zunehmende Bedeutung bekommen im Hinblick auf kompakte Baumformen für kleine Gärten. Denn gerade auf kleinstem Raum bieten sich Mauern, Häuserwände oder Zäune dafür an, ebenso Wege, die beidseitig mit Spalierobst bepflanzt werden. Doch wie geht das mit dem Pinzieren eigentlich? Im „Praktischen Obstzüchter“ von 1894 findet sich hierzu eine Anleitung: „Haben die Triebe eine Länge von 15-20 cm erreicht, so werden sie pinziert (abgekneipt, entspitzt), in dem man mittels Daumen und Zeigefinger die Triebspitze bis auf 10-12 cm einkürzt.“ Diese Maßnahme kann durchaus mehrmals durchgeführt werden, besonders dann, wenn man unter pinzieren nur das Entfernen der noch wachsenden Triebspitze versteht. Senkrechte Wasserschosser können so mehrmals pinziert werden und dann ggfs. im Winter komplett entfernt werden. Ebenso sind Sortenansprüche zu beachten: Lang wachsende Sorten (z. B. Boskoop etc.) dürfen nicht zu kurz pinziert bzw. im Winter zu stark geschnitten werden. Grundsätzlich kann man sagen, dass diese Sommerbehandlungen zur Beruhigung des Triebwachstums beitragen, kompakte, kleine Baumformen ermöglichen und gleichzeitig die Fruchtbarkeit erhöhen. Dies wussten auch schon die Obstliebhaber vor über 100 Jahren, der praktische Obstzüchter von 1894 beschreibt dies bestechend einfach und verständlich: „Durch das Pinzieren schwächt man also den Trieb und zwingt den Saft, sich auch den untern Augen des Triebes mitzuteilen, so dass sich dieselben in Blütenknospen verwandeln“!

Ein mehrmaliges Pinzieren der Triebspitze kann die Triebleistung deutlich reduzieren
Der Junischnitt

Auch der Junischnitt gehört zu den altbekannten Sommermaßnahmen. Ende der 80 -er, Anfang der 90 -er Jahre wurde als „Juniknip“ im Erwerbsanbau „wieder neu entdeckt“ und Gegenstand intensiver fachlicher Diskussionen.
Ziel des Junischnittes ist es, ungünstig stehende, einjährige Triebe zu entfernen, die für den Ertrag oder Baumaufbau nicht benötigt werden und deshalb sowieso mit dem Winterschnitt entfernt werden müssten. Hierzu gehören auch die Wasserschosser oder oben auf einem waagerecht stehenden Ast sitzende Reiter. Deshalb wird dieser Schnitt in der älteren Fachliteratur auch als „Grünschnitt“ bezeichnet, denn die Triebe sind zu dem Zeitpunkt noch nicht verholzt. An der Schnittstelle kommt es dann in der Regel in demselben Jahr zu einem schwachen Neuaustrieb, was letztenendes zu einer Triebberuhigung führt. Oft reifen diese Triebe aber nicht mehr aus und sind frostanfällig, die Garnierung mit Blütenknospen ist mitunter ebenfalls unbefriedigend. Heute wird der Junischnitt oder Juniknip hauptsächlich für die Formierung der Stammverlängerung bei starken Jungbäumen angewendet: diese werden statt im Winter bei Bedarf erst im kommenden Juni angeschnitten, was meist eine Schwächung und eine bessere Garnierung mit Blütenknospen bewirkt.
Eine weitere Möglichkeit ist der Juniriss: hierbei werden die noch krautigen einjährigen Triebe mitsamt den schlafenden Augen rausgerissen, ein Neuaustrieb in demselben Jahr wird somit in den meisten Fällen unterbunden. Besonders überbaute Kronenbereiche von starkwachsenden Apfelsorten und Birnen können so hervorragend reguliert werden. Da dieser Riss nicht unbedingt auf den Juni beschränkt ist, wird er auch als Sommerriss bezeichnet. Eine weitere Entwicklung des Junirisses ist das herausreißen ganzer mehrjähriger Äste. Damit werden 2 Ziele erreicht: zum einen werden ungünstig stehende, zu starke Äste komplett herausgerissen. Dadurch wird die Belichtung der übrigen Baumpartien verbessert. Zum anderen werden gleichzeitig überzählige Früchte entfernt, eine konsequente Ausdünnungsmaßnahme also.

Problemzone Wasserschosser …
… und die Lösung: Juniriß. Hierbei werden die schlafenden Augen an der Basis mit herausgerissen, der Austrieb im nächsten Jahr wird deutlich schwächer
Der Augustschnitt

Bei starkwachsenden Bäumen kann man den Winterschnitt für eine bestimmte Zeit ganz oder teilweise ersetzen. Die Bäume gehen dadurch vom Stadium „viele starke Jungtriebe, aber wenig Fruchtholz“ rasch in den Zustand „schwacher Neuaustrieb, hoher Besatz mit Fruchtholz“ über (Lucas` Anleitungen zum Obstbau). Oberstes Ziel ist der „ruhige Baum“ mit einem ausgewogenen Verhältnis von Triebwachstum und Ertrag. Augustschnitt lässt sich im Garten auch sehr gut zur Höhenbegrenzung einsetzen, dabei wird auch gezielt in das mehrjährige Holz geschnitten. Das bedeutet aber auch, dass u. U. auch kurz vor der Ernte stehende Früchte mit entfernt werden, was erfahrungsgemäß nicht jedermanns Sache ist..
Der Belichtungsschnitt kurz vor der Ernte

Wie der Name schon sagt, dient er einer bessern Belichtung der Früchte ca. 14 Tage vor der Ernte. Hierbei werden i. d. R. nur jährige Triebe weggeschnitten, die für den weiteren Baumaufbau nicht mehr benötigt werden. Gerade bei zweifarbigen Sorten führt dieser Schnitt zu einer deutlich besseren Ausbildung der roten Deckfarbe. Vorsicht ist jedoch geboten bei intensiver Sonneneinstrahlung, denn dann steigt die Gefahr von Sonnebrandschäden deutlich.

Zusammenfassung und Bewertung

Sommerbehandlungen im belaubten Zustand können grundsätzlich bei allen starkwachsenden Baum- und Strauchosbstarten angewendet werden. Diese Maßnahmen hemmen das Triebwachstum des Folgejahres durch Wegnahme von Assimilationsfläche (grüne Blätter). Gleichzeitig fördern sie die Fruchtbarkeit und den Blütenansatz. Darüber hinaus kann der Aufwand für den Winterschnitt deutlich reduziert werden. Gerade Überbauungen im Kopfbereich können sehr gut mit Sommerbehandlungen (Sommerriss, Augustschnitt) reguliert werden.
Bedenken Sie bei allen Maßnahmen deren physiologischen Auswirkungen:

Auswirkung verschiedener Schnitttermine auf Wachstum und Fruchtbarkeit der Obstgehölze
Winterschnitt
Sommerschnitt
  • Standartmaßnahme bei Obstgehölzen
  • in der vegetationslosen Zeit (November – März)
  • fördert das Triebwachstum (Vegetatives Wachstum) und die Fruchtgröße im folgenden Jahr
  • wird in der Vegetationsperiode im belaubten Zustand durchgeführt
  • hemmt das vegetative Wachstum und reduziert die Fruchtgröße im Folgejahr
  • eine gute Maßnahme zur Beruhigung starkwachsender Bäume
  • fördert die Fruchtbarkeit (generatives Wachstum)
  • sehr gute + schnelle Wundheilung
Dennoch sind Schnittmaßnahmen im Sommer kein Allheilmittel zur Lösung aller Probleme. Deshalb sollte man es beim ersten Mal nicht übertreiben. Nicht angesagt, ja sogar kontraproduktiv ist ein Sommerschnitt unter folgenden Voraussetzungen:
  • bei schwach wachsenden Gehölzen!
  • bei hoher Sonneneinstrahlung + Hitze: Sonnenbrandgefahr!
  • bei Feuerbrand! (Wenn überhaupt, dann nur reißen, um eine Übertragung durch die Schere zu verhindern).
Darauf sollten Sie achten:

Für den Garten sind alle vorgestellten Möglichkeiten je nach Zielsetzung einsetzbar. Sommerschnitt bzw. -riss bietet sich an bei starkwachsenden Unterlagen-Sortenkombinationen. Überbauungen im Kopfbereich können sehr gut mit Sommerbehandlungen über mehrere Jahre reguliert werden Das Reißen von kompletten Ästen ist eine triebberuhigende Möglichkeit besonders im Kopfbereich weil dann kein Neuaustrieb mehr in demselben Jahr erfolgt. Falls Sie noch nicht im Sommer geschnitten haben, machen Sie ihre eigenen Versuche und Beobachtung.

Spezielle Anforderungen einzelner Obstarten an den Sommerschnitt:

Pfirsiche
Oberhalb des Leit- bzw. Fruchtastes immer die stärksten Triebe entfernen, auf der Unterseite möglichst die schwächeren Triebe entfernen. Das ergibt einen harmonischen Baumaufbau (Wachstumsgesetze) und gleichmäßige Qualitäten.
Apfel
Liegt der durchschnittliche Triebzuwachs deutlich über 30-50 cm (Sortenunterschiede), so kann zur Beruhigung des Wachstums für 1-2 Jahre überwiegend im Sommer geschnitten werden.
Himbeeren
Für einen erfolgreichen Himbeeranbau belässt man etwa 10 Ruten pro laufenden Meter. Überzählige Bodentriebe können bereits im Frühjahr entfernt werden. Die verbleibenden Triebe werden danach besser ernährt. Außerdem trocknen sie schneller ab, was wiederum der Ausbreitung des Rutensterbens vorbeugt.
Brombeeren
Die Seitentriebe der diesjährigen Ranken werden ab Ende Juli auf 2 bis 3 Augen eingekürzt. Dadurch wird die Entwicklung der verbleibenden Ranken gefördert. Zugleich können auch überzählige Ranken entfernt werden, die sich ansonsten im Wachstum behindern würden.
Johannis-, Stachelbeeren
Nach der Ernte ist der optimale Zeitpunkt zur Entfernung abgetragener Triebe, die älter als 4-5 Jahre sind. Durch diese frühe Maßnahme können sich die jüngeren Triebe und deren Knospen besser entfalten (Erhöhter Lichtgenuss, bessere Versorgung). Vor der Ernte können überschüssige Triebe entfernt werden, das erleichtert die Erntearbeiten, senkt den Mehltaudruck (bei Stachelbeeren) und reduziert den Winterschnittaufwand.
Süßkirschen
Direkt nach der Ernte ist ein günstiger Termin zum schneiden und korrigieren von starkwachsenden Süßkirschenbäumen. So kann die Baumhöhe gut um 1,5 m reduziert werden. Diese Maßnahme, über 2-3 Jahre angewendet, führt zu einer deutlichen Triebberuhigung im Kopfbereich. Zur besseren Wundheilung kann man auf Zapfen schneiden.
Kiwi
Neben dem frühen Winterschnitt kann man Seitentriebe auch im August auf 5-7 Blätter zurückschneiden. Das erhöht die Fruchtbarkeit.
Walnuss
Gehölzen mit starkem Saftdruck wie Walnuss sollten nur im belaubten Zustand geschnitten werden (August/September).

Walnüsse können im belaubten Zustand ab Juli/August geschnitten werden. Neben einer Größenkorrektur können auch größere Eingriffe bis an den Stamm ohne Bluten durchgeführt werden.
Bei Kiwi sollten die zukünftigen Fruchttriebe auf ca. 0,5 m zurückgeschnitten werden. Das erhöht die Fruchtbarkeit.
Literatur:

Lucas`Anleitung zum Obstbau, Ulmer-Verlag, 32. Auflage, 2002
Der praktische Obstzüchter, Ulmer-Verlag, 1894

=> Weitere Informationen zum Sommerschnitt an Obstgehölzen

Juniriss

Der Juniriss ist ab Monatsbeginn üblich, solange die Triebe an der Basis noch nicht verholzt sind. Sie entstehen häufig an größeren Schnittstellen, an belichteten Oberseiten der Äste oder an Veredelungen und werden gemeinhin als “Wasserschosse” bezeichnet, die große Mengen von Saft und Nährstoffen zu
Lasten anderer Kronenteile entziehen. Typisch ist in der Regel der senkrechte
Wuchs nach oben. Sie sind außerdem bevorzugte Befallsstellen für Blatt- und Blutläuse. Man reißt sie mit kurzem Ruck samt den “Schlafenden” Augen an der Basis ab. Der Wundverschluss erfolgt schnell. Gleichzeitig wird das Längenwachstum des Baumes gebremst, die Belichtung im Bauminnern gefördert und die Bildung neuer Blütenknospen angeregt.